Hauptdispenser der Wasserstoff-Testtankstelle am ZBT

HY-Infra – Grenzüberschreitende Initiative zur Förderung der Wasserstoffinfrastruktur in der Rhein-Maas-Region

Partner aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland haben das Projekt „HY-Infra“ ins Leben gerufen, eine grenzüberschreitende Initiative, die darauf abzielt, den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in der Maas-Rhein-Region voranzutreiben. Das Projekt bringt WaterstofNet (NL), ZBT (DE), ANPLICON GmbH (DE), POM Limburg (BE) und Cluster Tweed (BE) zusammen, um gemeinsame Herausforderungen im Zusammenhang mit der Wasserstoffinfrastruktur, der Nachfragebündelung und der Wasserstoffqualität anzugehen.

16.03.2026, Maastricht – Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der europäischen Klima- und Energieziele. Die Rhein-Maas-Region verfügt über eine starke industrielle Basis, einen gut ausgebauten Logistiksektor und eine rege Binnenschifffahrt. „Allerdings bremsen eine fragmentierte Infrastrukturplanung, Unsicherheiten hinsichtlich grenzüberschreitender Verbindungen und begrenzte Einblicke in die Wasserstoffqualität derzeit den großflächigen Ausbau. Diese Hindernisse verzögern die Skalierung, die Investitionssicherheit und die breite Akzeptanz“, erklärt Stefan Neis, HY-Infra-Projektleiter bei WaterstofNet. „Die Infrastruktur in den drei Ländern muss aufeinander abgestimmt werden. HY-Infra wird nun ins Leben gerufen, um beim Roll-out der Wasserstoffinfrastruktur, der Angleichung von Genehmigungsverfahren und so weiter zusammenzuarbeiten. Und um die regionale Bedeutung sowie das Engagement der Wirtschaft hervorzuheben.“

Modulare Roadmap

HY-Infra zielt darauf ab, zwischen 2026 und 2035 einen integrierten grenzüberschreitenden Rahmen für die Planung der Wasserstoffinfrastruktur zu entwickeln. Im Mittelpunkt dieser Roadmap stehen das Rückgrat (Industrie) und die Wasserstoff-Tankinfrastruktur (Lkw, Binnenschifffahrt…). Das Projekt wird den regionalen Wasserstoffbedarf erfassen, Infrastrukturpläne grenzüberschreitend aufeinander abstimmen und eine modulare Roadmap für die Interessengruppen entwickeln.

Gruppenbild mit zehn Personen auf einer Wiese vor Bäumen und einem See, zwei Personen halten einen übergroßen symbolischen Schlüssel

Mobiles Labor

Da die Qualität des Wasserstoffs von großer Bedeutung ist, umfasst das Projekt auch die Entwicklung innovativer Lösungen zur Überwachung der Wasserstoffqualität, darunter ein mobiles Labor und ein Multigas-Analysesystem. Diese Instrumente werden grenzüberschreitende Pilotaktivitäten unterstützen und zur Einrichtung eines „Hydrogen Quality Competence Center“ am ZBT beitragen.

Durch die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Industrie, kleinen und mittleren Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden wird HY-Infra eine Plattform für Unternehmen schaffen, die in Wasserstofftechnologien investieren, und die Position der Maas-Rhein-Region als aufstrebendes europäisches Innovationszentrum für Wasserstoff festigen.

technische Geräte zur Probenahme an Wasserstofftankstellen

Wissensaustausch

Das Projekt umfasst zudem die Erstellung einer transnationalen Datenbank zu Wasserstoffnachfrage, Infrastrukturplanung, Genehmigungen und Daten zur Wasserstoffqualität. Darüber hinaus werden Workshops und eine Abschlusskonferenz organisiert, um den Wissensaustausch zwischen Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und regionalen Akteuren zu fördern.

HY-Infra leistet einen Beitrag zu übergeordneten europäischen Initiativen wie dem „EU Hydrogen Backbone“, der AFIR-Infrastrukturentwicklung für den Verkehr und dem RH2INE-Korridor für die Binnenschifffahrt und stellt so sicher, dass die Maas-Rhein-Region eine aktive Rolle bei der Wasserstoffwende in Europa spielt.

Sammlung projektbezogener Logos

Von Bedarfserhebung bis Qualitätssicherung

Hy-Infra liefert konkrete, umsetzungsnahe Ergebnisse: ein Inventar der zukünftigen Nachfrage (2026 – 2035), die Abstimmung bestehender Infrastrukturpläne auf regionale Bedarfe und einen modularen Blueprint samt Roadmap für 2030 – 2035.

Das ZBT baut im Rahmen des Projekts ein Kompetenzzentrum „H₂-Qualität“ auf – mit mobilen Probenahmesystemen, einem mobilen Wasserstofflabor, regelmäßigen Probenkampagnen (inkl. Online-Monitoring) sowie einer transnationalen Datenbank zu Nachfrage, Genehmigungen und Qualitätsdaten.

Projektinfos

Projektakronym: Hy-Infra

Projekttitel: Hydrogen Infrastructure for the Meuse-Rhine region

Laufzeit: 1. Januar 2026 – 31. Dezember 2028

Gesamtbudget: 2,0 Mio. €, davon EU-Förderung 1,2 Mio. €

Projektpartner:

  • WaterstofNet (NL)

  • ANPLICON (DE)

  • POM-Limburg (BE)

  • Cluster Tweed (BE)

  • ZBT (DE)

Weitere Kooperation (Auswahl): HyNetwork, Fluxys, OGE, Thyssengas (Backbone), Kommunen (u.a. Maastricht, Parkstad, Aachen, Liège, Genk) sowie Entwicklungsagenturen (IHKs, LIOF).

Das Projekt wird aus Mitteln des Interreg-Programms Maas-Rhein gefördert. Dieses Programm wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. HY-Infra erhält zudem Kofinanzierung von der niederländischen Provinz Noord-Brabant, dem niederländischen Ministerium für Wirtschaft, Klima und Energie (EZK) sowie der Provinz Wallonien.

zwei Personen besprechen sich vor der Hauptschalttafel der Wasserstoff-Testtankstelle auf dem Wasserstofftestfeld des ZBT

Ansprechpartner

Abteilungsleiter Wasserstpff-Infrastruktur

Dr.-Ing. Christian Spitta
+49 203 7598-4277

Medien

Auf dem Wasserstofftestfeld des ZBT werden Wasserstofftechnologien im Systemmaßstab erprobt. Auf dem Wasserstofftestfeld des ZBT werden Wasserstofftechnologien im Systemmaßstab erprobt.
Kick-off meeting für das HY-Infra-Projekt im niederländischen Maastricht Kick-off meeting für das HY-Infra-Projekt im niederländischen Maastricht
Mit dem Hy-SaM-Gerät können Wasserstoffproben an Tankstellen gezogen werden.

Mit dem Hy-SaM-Gerät können Wasserstoffproben an Tankstellen gezogen werden.

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