Hauptdispenser der Wasserstoff-Testtankstelle am ZBT

Hy-Infra – Wasserstoffinfrastruktur für die Rhein-Mass-Region

Hy-Infra stärkt die grenzüberschreitende Wasserstoffinfrastruktur in der Maas-Rhein-Region. Das Interreg-Projekt schafft zum einen Transparenz über zukünftige Wasserstoffbedarfe und leitet daraus die benötigte Infrastruktur bis 2030/2035 ab. Zum anderen wird die Gasbeschaffenheit in der Infrastruktur systematisch analysiert.

Infrastrukturen über Landesgrenzen hinweg denken – in der Europäischen Union eine Selbstverständlichkeit. Wenn in grenzüberschreitenden Regionen die Akteure gemeinsam analysieren, planen und umsetzen, können Synergieeffekte genutzt werden, um effiziente Strukturen zu schaffen und zu betreiben.

Im Projektverbund „Hy-Infra“ arbeiten WaterstofNet (NL), ANPLICON (DE), POM-Limburg (BE), Cluster Tweed (BE) und ZBT (DE) gemeinsam am einer internationalen Wasserstoffinfrastruktur für den Rhein-Maas-Raum. Gemeinsam entstehen

  1. eine digitale Nachfragekarte („Demand Blueprint“),
  2. ein Infrastruktur-Blueprint für Netze, HRS und Bunkering sowie
  3. ein Kompetenzzentrum für Wasserstoffqualität inklusive Datenbank und mobilem Labor in der Region.

Warum Hy-Infra jetzt wichtig ist

Wasserstoff-Pipelines und -Logistikkorridore überschreiten nationale Grenzen – gleichzeitig fehlen häufig abgestimmte Planung, gebündelte Nachfrage und verlässliche Grundlagen für die Umsetzung. Für eine grenzüberschreitende Wasserstoffinfrastruktur in der Rhein-Maas-Region setzt das Projekt Hy-Infra genau hier an und unterstützt die gemeinsame Planung, das Monitoring und die Standardisierung entlang europäischer Korridore.

Ein weiterer zentraler Hebel ist die Wasserstoffbeschaffenheit in der Infrastruktur: Verunreinigungen durch unterschiedliche Produktions- und Distributionswege können anzuschließende Industrieprozesse, Emissionsgrenzwerte und Mengenabrechnungen beeinflussen. Aus diesem Grunde erfolgt durch ZBT eine systematische Analyse von Spurenstoffen und Hauptkomponenten entlang der Versorgungskette. Die erhobenen Daten dienen fließen wiederum in die Standardisierung sowie nachfolgende Entwicklungen gezielter Reinigungsverfahren ein.

Was im Projekt entsteht – von Bedarfserhebung bis Qualitätssicherung

Hy-Infra liefert konkrete, umsetzungsnahe Ergebnisse: ein Inventar der zukünftigen Nachfrage (2026–2035), die Abstimmung bestehender Infrastrukturpläne auf regionale Bedarfe und einen modularen Blueprint samt Roadmap für 2030–2035.

Das ZBT baut im Rahmen des Projekts ein Kompetenzzentrum „H₂-Qualität“ auf – mit mobilen Probenahmesystemen, einem mobilen Wasserstofflabor, regelmäßigen Probenkampagnen (inkl. Online-Monitoring) sowie einer transnationalen Datenbank zu Nachfrage, Genehmigungen und Qualitätsdaten.

Projektinfos

Projektakronym: Hy-Infra

Projekttitel: Hydrogen Infrastructure for the Meuse-Rhine region

Laufzeit: 1. Januar 2026 – 31. Dezember 2028

Gesamtbudget: 2,0 Mio. €, davon EU-Förderung 1,2 Mio. €

Projektpartner:

  • WaterstofNet (NL)

  • ANPLICON (DE)

  • POM-Limburg (BE)

  • Cluster Tweed (BE)

  • ZBT (DE)

Weitere Kooperation (Auswahl): HyNetwork, Fluxys, OGE, Thyssengas (Backbone), Kommunen (u.a. Maastricht, Parkstad, Aachen, Liège, Genk) sowie Entwicklungsagenturen (IHKs, LIOF).

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Christian Spitta
+49 203 7598-4277

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