Grafische Darstellung einer Beschichtung für Silikondichtungen in Brennstoffzellen

H2Coat – Spezialbeschichtung für Silikondichtungen in Brennstoffzellen soll Permeation reduzieren

Je dichter, desto besser: Silikon ist für Dichtungen in Brennstoffzellen das Material der Wahl. Doch die guten Eigenschaften lassen sich noch verbessern, sind ZBT und Rhenotherm überzeugt und entwickeln gemeinsam eine Spezialbeschichtung, um die Wasserstoffpermeation durch die Dichtung weiter zu reduzieren.

Wasserstoffbrennstoffzellen sind eine Schlüsseltechnologie für klimafreundliche Mobilität. Für ihren effizienten Betrieb ist neben viele anderen Faktoren auch ein sorgsamer Umgang mit dem Energieträger Wasserstoff entscheidend – Verluste sollten auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Das Problem: Aufgrund seiner geringen Molekülgröße kann das Gas auch durch herkömmliche Silikondichtungen langsam diffundieren. Dieser sogenannte Permeationseffekt führt zu Effizienzverlusten und kann unter bestimmten Umständen auch ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Wasserstoffverluste reduzieren

Um diese Permeation zu reduzieren, entwickelt das ZBT gemeinsam mit Rhenotherm Mini Parts im ZIM-Projekt H2Coat eine neuartige Spezialbeschichtung für dispensierte Silikondichtungen auf Bipolarplatten von Brennstoffzellen. Ziel ist es, die Wasserstoffpermeation deutlich zu verringern und damit sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Sicherheit von Brennstoffzellensystemen zu erhöhen. Die neue Beschichtung soll eine effektive Barriere gegen Wasserstoffdurchdringung bilden, ohne die mechanischen Eigenschaften der Dichtung negativ zu beeinflussen.

Dispenser bringt Dichtung auf Bipolarplatte auf

Keine leichte Aufgabe: Die Reduzierung der Wasserstoffpermeation in Silikondichtungen ist technologisch anspruchsvoll. Neben der Dichtheit gegenüber Wasserstoff ist die sichere und dauerhafte Haftung der Beschichtung auf der Silikonoberfläche eine große Herausforderung für die Forschenden. Aufgrund der geringen Oberflächenenergie von Silikon ist das besonders tricky.

Aufwendige Prüfungen

Zur Bewertung der neu entwickelten Beschichtungen werden beschichtete und unbeschichtete Prüfkörper auf einem speziell entwickelten Permeationsteststand untersucht und die Permeationsraten ermittelt. Um die mechanische Stabilität und Dichtwirkung der beschichteten Materialien praxisnah beurteilen zu können, passen die Wissenschaftler:innen zudem Methoden zur Messung des Druckverformungsrests (DVR) an. Ergänzend entwickeln die Projektpartner Prüfprotokolle, um die beschichteten Dichtungen später unter realen Einsatzbedingungen in Brennstoffzellen zu validieren.

Im Projekt H2Coat bündeln die Partner ihre Kompetenzen in Materialtechnologie und Brennstoffzellenentwicklung. Rhenotherm Mini Parts entwickelt und untersucht geeignete Beschichtungssysteme, bewertet deren Haftung und Barrierewirkung und überträgt das Verfahren später auf reale Brennstoffzellenkomponenten. Das ZBT stellt Probekörper und Bipolarplatten mit Dichtungen bereit, führt Permeations- und DVR-Messungen durch und testet die beschichteten Dichtungen in Brennstoffzellen unter realen Betriebsbedingungen. Die Ergebnisse werden mit Referenz-Stacks verglichen, um die Wirkung der Beschichtung auf Leistung und Alterung zu bewerten.

Mit der Entwicklung der H2Coat-Spezialbeschichtung leisten die Projektpartner einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und sicheren Nutzung von Wasserstoff in der Brennstoffzellentechnologie. Die deutliche Reduzierung von Wasserstoffverlusten durch Silikondichtungen wird die Effizienz von Brennstoffzellen steigern und die Grundlage für eine breitere industrielle Anwendung schaffen – ein Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit in der Brennstoffzellentechnologie.

PROJEKTINFOS

Titel des Vorhabens:
Entwicklung einer neuartigen Spezialbeschichtung für die dispensierte Silikondichtungen auf Bipolarplatten von Brennstoffzellen

Projektakronym: H2Coat

Förderung: Dieses Projekt wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogamms Mittelstand (ZIM) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Bewilligungszeitraum: 1. Juli 2025 – 30. Juni 2027

KONTAKT

Projektleiter

Salman Fettah
+49 203 7598 1170
Businessportrait eines jungen Wissenschaftlers in Anzug

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