Neue ZBT-Publikation: Stabilere MnO₂-Anoden für die PEM-Wasserelektrolyse

Nb/F-Co-Doping verbessert Aktivität und Langzeitstabilität eines PGM-freien Katalysators für die saure Sauerstoffentwicklung

Eine neue Publikation mit starker ZBT-Beteiligung zeigt einen vielversprechenden Ansatz für langlebigere und ressourcenschonendere Anodenmaterialien in der PEM-Wasserelektrolyse. Durch gezieltes Co-Doping von Mangandioxid (MnO₂) mit Niob und Fluor konnte das Forschungsteam die katalytische Aktivität erhöhen und zugleich die Stabilität des Materials unter stark sauren Betriebsbedingungen deutlich verbessern.

PGM-freie Katalysatoren für eine skalierbare PEM-Wasserelektrolyse

Die PEM-Wasserelektrolyse gilt als eine Schlüsseltechnologie für die Produktion von grünem Wasserstoff. Eine zentrale Herausforderung liegt jedoch auf der Anodenseite: Für die Sauerstoffentwicklungsreaktion, die sogenannte Oxygen Evolution Reaction (OER), kommen bislang vor allem iridiumbasierte Katalysatoren zum Einsatz. Iridium ist selten, teuer und bei einem großskaligen Ausbau der Elektrolyse nur begrenzt verfügbar. Die Entwicklung leistungsfähiger und stabiler PGM-freier Alternativen ist deshalb ein wichtiger Baustein für die zukünftige Skalierung der Technologie.

In der neuen Arbeit wird MnO₂ durch die gleichzeitige Einbringung von Nb⁵⁺ und F⁻ gezielt auf atomarer Ebene verändert. Das Co-Doping beeinflusst die elektronische Struktur und stabilisiert das Verhältnis unterschiedlicher Mn-Oxidationszustände. Dadurch wird eine übermäßige Oxidation von Mangan unter OER-Bedingungen unterdrückt, die andernfalls zur Auflösung und Degradation des Katalysators führen kann. Der co-dotierte MnO₂-Nb-F-Katalysator erreichte einen Überpotentialwert von 410 mV bei 10 mA cm⁻² und zeigte im PEM-Elektrolyseur bei 60 °C eine Zellspannung von 1,91 V bei 1 A cm⁻². Im Langzeittest war ein Betrieb über 380 Stunden bei 0,4 A cm⁻² möglich.

ZBT-XRD macht strukturelle Veränderungen sichtbar

Eine wichtige Grundlage für das Verständnis des neuen Katalysators lieferte die Röntgendiffraktometrie am ZBT. Mit dem ZBT-XRD wurde untersucht, wie sich die Einbringung von Niob und Fluor auf Kristallstruktur, Phasenzusammensetzung und Gitterparameter des MnO₂ auswirkt.

Die Messungen zeigen, dass die charakteristische γ/β-MnO₂-Struktur auch nach dem Co-Doping erhalten bleibt. Gleichzeitig weisen Verschiebungen, Verbreiterungen und geringere Intensitäten einzelner Beugungsreflexe auf Gitteraufweitung, lokale Spannungen und eine erhöhte strukturelle Unordnung hin. Entscheidend ist außerdem, dass keine zusätzlichen kristallinen Nb-haltigen Nebenphasen nachgewiesen wurden. Die XRD-Ergebnisse liefern damit einen wichtigen strukturellen Beleg dafür, dass die Dotierung tatsächlich in das MnO₂-System eingreift, ohne dessen grundlegende Kristallstruktur zu zerstören. Zusammen mit Elektronenmikroskopie, XPS und operando-XAS entsteht so ein detailliertes Bild davon, wie Nb und F die elektronischen und strukturellen Eigenschaften des Katalysators verändern.

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Von der Materialanalyse bis zum PEM-Elektrolyseur: Forschung entlang der gesamten Entwicklungskette

Die Publikation zeigt, wofür Forschung am ZBT steht: Materialien entwickeln, ihre Struktur und Funktion verstehen, elektrochemisch bewerten und unter realitätsnahen Bedingungen im Elektrolyseur testen.

Wir gratulieren Vimanshu Chanda, Viktor Mackert, Pascal Sous, Markus Sonnenberg, Hesham Solh, Sebastian Daniel Hirt, Harry Ernst Hoster und Natalia Levin sowie allen weiteren beteiligten Wissenschaftler:innen zu dieser starken gemeinsamen Arbeit.

Der Artikel „Cation-Anion Co-Doping Enables Acid-Stable MnO₂ Anodes for Proton Exchange Membrane Water Electrolysis“ ist im Journal Small Science von Wiley-VCH erschienen und Open Access verfügbar. Ein großartiges Ergebnis für das gesamte Forschungsteam und ein starkes Beispiel für die wissenschaftliche Arbeit am ZBT.

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Kontakt

Vimanshu Chanda Ph.D.
+49 203 7598-4284

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