Open Science am ZBT: So offen wie möglich – und so geschützt wie nötig

Open Science bedeutet für uns, Wissen, Methoden und Forschungsergebnisse möglichst zugänglich und nachnutzbar zu machen – bei gleichzeitig professionellem Umgang mit Vertraulichkeit und den Schutzinteressen unserer Partner.

Als anwendungsnahes Forschungsinstitut arbeiten wir eng mit Unternehmen zusammen und sind im Umgang mit NDAs, sensiblen Daten und geistigem Eigentum erfahren. Zugleich ist ein großer Teil unserer Forschung öffentlich gefördert. Aus diesen Projekten geben wir möglichst viel zurück – etwa durch Open-Access-Publikationen, Forschungsdaten, Software, Berechnungstools, 3D-Modelle oder offene Bauanleitungen.

Eine Gruppe von Wissenschaftler:innen diskutiert über Publikationen zu Wasserstoff, Brennstoffzellen und Elektrolyse

Open Hardware: eine Brennstoffzelle zum Nachbauen

Die Open Fuel Cell ist eine Initiative aus unserem Haus für alle, die Brennstoffzellentechnik nicht nur theoretisch verstehen, sondern selbst aufbauen und erproben möchten. Frei zugänglich sind unter anderem eine Stückliste, Informationen zu Bauteilen und benötigten Werkzeugen, eine ausführliche Bauanleitung sowie Dateien für die Fertigung der überwiegend 3D-gedruckten Brennstoffzelle. Das Angebot richtet sich an Schulen, Hochschulen, Unternehmen und alle, die Wasserstofftechnologien praktisch kennenlernen möchten.

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Frei zugängliches Wissen über Wasserstofftechnologien

Im Transformationshub cH2ance ist ein umfangreicher Wissensbereich rund um Wasserstoff und Brennstoffzellen entstanden. Dazu gehören Factsheets zu Technik, Normen und Standards, Webinare sowie detaillierte Informationen zu den Komponenten eines Brennstoffzellenantriebs. Ein interaktives 3D-Modell macht den Aufbau eines wasserstoffbetriebenen Lkw anschaulich; mit dem Systemberechnungstool lassen sich Betriebsbedingungen und Parameter der einzelnen Systemkomponenten verändern, um ihre Auswirkungen auf den Brennstoffzellenstack und das Gesamtsystem nachzuvollziehen.

zum Wissensbereich bei cH2ance

Wasserstoff-Füllanlagen virtuell auslegen

Mit dem HRS-Modell stellen wir ein Simulationsmodell für Wasserstoff-Füllanlagen als kostenlose Beta-Version zur Verfügung. Es bildet die thermodynamischen Vorgänge in Anlagen für die Befüllung von Pkw, Bussen, Lkw, Zügen, Containern oder Trailern zeitaufgelöst ab und unterstützt bei der Auslegung sowie der Bewertung unterschiedlicher Betriebsstrategien. Das Modell wurde mit Messdaten aus dem Wasserstoff-Testfeld des ZBT validiert und wird anhand realer Anlagen- und Betriebsdaten weiterentwickelt.

zum HRS-Modell

Open-Source-Software und Lehrmaterialien auf GitHub

Auf unserem GitHub-Kanal veröffentlichen wir Software, Modelle und Schulungsmaterialien zur freien Nutzung und Weiterentwicklung. Dazu gehören ein Tool zum Vergleich von Stromgestehungskosten, ein Simulationsmodell für die Leistung von PEM-Brennstoffzellenstacks und Werkzeuge für die frühe Konzeption und Bewertung von Energiesystemen. Mit POSST steht zudem eine webbasierte Open-Source-Software zur Echtzeitsimulation von Brennstoffzellensystemkomponenten zur Verfügung. Auch Materialien aus unseren Schulungen zum Forschungsdatenmanagement, praktische Übungen zum Umgang mit Forschungsdaten und ein Referenzvokabular für einheitliche Variablen, Einheiten und Metadaten sind öffentlich zugänglich.

zu den ZBT Tools bei github

Wissenschaftliche Publikationen im Open Access

Auch wissenschaftliche Fachartikel veröffentlichen wir, wo immer es möglich ist, im Open Access. Ein aktuelles Beispiel ist die Publikation „Electrodeposited Ni–S Cathodes on Stainless Steel Nonwovens for PGM-Free Anion Exchange Membrane Water Electrolysis at High Current Density“ im Journal of Power Sources. Die Erstautorin Miriam Hesse steht am ZBT kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion. Gemeinsam zeigt das Forschungsteam, wie leistungsfähige Kathoden für die AEM-Wasserelektrolyse ohne Platingruppenmetalle direkt auf kostengünstigen Edelstahlvliesen hergestellt werden können. Die Publikation erscheint in Volume 690 unter der Artikelnummer 240732 und ist seit dem 27. Juni 2026 frei zugänglich.

zum Artikel beim Journal

Open Science am ZBT

Fragen dazu beantwortet gerne

Dr. Theresa Schredelseker
+49 203 7598-3357