Teststände in einem großen Labor

TRUST – Sichere Wasserstoff-Trailer für den Mittelstand

Das IGF-Vorhaben TRUST (Trailer Refuelling Utilizing Simulated Tables) adressiert die Entwicklung sicherer Befüllprozeduren für Wasserstoff-Trailer. Dabei stehen Typ-IV-Behälter aufgrund ihrer Marktdominanz und spezifischen Sicherheitsanforderungen im Fokus.

Während für Wasserstoff-LKW und -PKW schon standardisierte Protokolle für die Befüllung implementiert wurden, existieren für die Befüllung von Trailern und MEGCs keine vergleichbaren Prozeduren. Die Befüllung solcher Anlagen werden unter sehr konservativen Betriebsparametern für die jeweiligen Einzelfälle vom Betreiber festgelegt. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von praxisnahen Empfehlungen, vereinfachten Ersatzmodellen sowie leicht nutzbaren Prozeduren für das Befüllen der genannten Systeme.

Problembeschreibung

Problematisch sind lokale Temperaturmaxima (z.B. Hotspots) und die Temperaturschichtung, die sich beim Befüllvorgang innerhalb des Speichers entwickeln. Größe, Lage sowie die Abweichung von der Gasdurchschnittstemperatur im Speicher hängen hierbei von geometrischen als auch Befüllparametern ab. Überschreitungen der maximal erlaubten Gastemperaturen (meist +85°C) können zu einer thermischen Überlastung des Linermaterials führen. In der Praxis sind die lokalen Temperaturphänomene jedoch nicht feststellbar und können somit sicherheitskritisch sein.

Simulationen als Grundlage sicherer Befüllprozesse

Im Vorhaben sollen mit Versuchen und CFD-Simulationen die Einflüsse der verschiedenen Parameter näher untersucht werden. Das Wasserstoff-Testfeld des ZBT – Zentrum für BrennstoffzellenTechnik bietet dafür die nötige Plattform für die Durchführung der benötigten Messungen zur Validierung der Simulationen. Letztere werden am Lehrstuhl für Fluiddynamik (LFD) der Universität Duisburg-Essen durchgeführt, die sich im Bereich der Large-Eddy-Simulationen (LES) spezialisiert haben. Die LES liefern präzise Vorhersagen zu Temperaturfeldern, Hotspots und möglichen Grenzschichtablösungen. Diese Simulationen sind sehr rechenintensiv und benötigen Hochleistungsrechner, die dem Lehrstuhl zur Verfügung stehen. Selbst auf Hochleistungsrechnern, nehmen diese mehrere Wochen in Anspruch.

Vereinfachte Modelle für die Praxis

Ergebnisse aus der LES sollen für die Validierung von weniger rechenintensiven Berechnungen auf Basis von Reynolds-Averaged-Navier-Stokes (RANS) Gleichungen dienen, die es ermöglichen vereinfachte 0D/1D-Modelle herzuleiten, die eine schnelle Analyse von Befüllprozessen ermöglichen. Hierzu wird das vorhandene HRS-Modell des ZBT genutzt, welches als Auslegungstool für Wasserstoff-Füllanlagen entwickelt wurde.

Versuche zur Validierung und Absicherung

Im Bereich der Messungen weist das ZBT durch verschiedenste F&E-Projekte (z.B. EU-PRHYDE) Erfahrungen auf, die im Vorhaben genutzt werden können. So werden vorhandene Test-Speicher, die mit spezieller Messtechnik zur Aufnahme der Temperaturfelder im Inneren der Tanks ausgestattet sind, verwendet. Die auf dem Wasserstoff-Testfeld aufgebaute Anlage ermöglicht eine individuelle und versuchsspezifische Parametrierung zur Nachbildung realistischer Betankungsszenarien.

Projektinfos

Projektakronym: TRUST

Projekttitel: Simulationsbasierte Entwicklung von Prozeduren zur sicheren Befüllung von Wasserstoff-Trailern

Durchführungszeitraum: 01.04.2026 – 30.09.2028

Förderprogramm: IGF-Vorhaben

Förderkennzeichen: 01IF24633N

Projektvolumen: 524.394,72 €

Projektpartner:

Förderungen

Kontakt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Stefan Bever
+49 203 7598-2462
Porträt von Stefan Bever.

Kompetenzen

Das Vorhaben baut auf den umfangreichen Kompetenzen des ZBT in den Bereichen Wasserstoff-Testinfrastruktur, Mess- und Prüftechnik sowie Modellierung und Simulation auf. Diese Infrastruktur und Expertise stehen auch Industriepartnern im Rahmen von Entwicklungsdienstleistungen und Auftragsforschung zur Verfügung.

 

Teststand mit einem Brennstoffzellenstapel
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Copyright: Nadine van der Schoot Copyright: Nadine van der Schoot

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